Ausbildungsmarketing – Unternehmen müssen neue Wege gehen

Die Bewerberzahlen um Aus­bildungsplätze gehen in so gut wie jeder Branche zurück. In den aktuellen Trendberufen gibt es zwar (noch) viele Bewerber, doch dafür lässt die Qualität oft zu wünschen übrig. Viele Personalverantwortliche klagen ­darüber, dass es immer schwieriger wird, eine aus­reichende Anzahl an qualifizierten und motivierten Auszu­bildenden zu bekommen, um wirklich den geeig­neten Bewerber zu finden. Selbst wenn Sie heute noch genügend Bewerbungen haben, brauchen Sie profes­sionelles Ausbildungsmarketing. Branchenkenner raten den Unternehmen dazu, die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ernst zu nehmen und nicht den Zug für ein modernes und notwendiges Ausbildungsmarketing zu verpassen. Nicht­besetzte Ausbildungsstellen können kurz- oder ­mittelfristig zu ernsthaften Personal­eng­pässen führen und die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens einschränken.

Bei vielen geht es längst nicht mehr nur um mittel- und langfristige Strategien im Ausbildungsmarketing, sondern um kurzfristig wirksame Methoden und ­Aktionen für das Recruiting von Azubis. Oft muss schnell auf den unerwartet hohen Rückgang von qualifizierten Bewerbern um die Ausbildungsplätze reagiert werden.

Das sollten Sie beachten!
Erfolgreiches Recruiting auf dem Ausbildungsmarkt geht heute anders. Sie finden eine Generation Internet vor, die Sie erreichen müssen.
Die Schulabgänger/innen von heute, also Ihre Zielgruppe, gehören zu dieser Generation.

Was machen die jungen ­Menschen heute anders als frühere Generationen? 

Sie sollten crossmedial auf sich aufmerksam machen und zeigen, was Sie den jungen Menschen für ihre Zukunft bieten können.

Stellen Sie sich die Frage, ­
was junge Menschen heute anders machen als frühere Generationen.

Sie lesen lieber Blogs als ­Zeitungen und beschaffen sich die meisten Informationen auf entsprechenden Internetpor­-
t­alen und in Foren. Sie informieren sich über Lifestyle-Themen aber auch über Unternehmen in Bewertungsportalen. Sie als möglicher neuer Arbeitgeber müssen diese Hürde erstmal nehmen, bevor Sie in die ­Auswahl qualifizierter Schulabgänger/innen kommen.

Die Kenntnisse der Schüler/innen von heute im Umgang mit  Facebook, Twitter oder WhatsApp übersteigen oft die ihrer eigenen Personalabteilung.

Nicht zu unterschätzen sind die Möglichkeiten in sozialen Netzwerken gute, aber auch schlechte Nachrichten an „seine Freunde“ zu multiplizieren, indem man die Informa­tionen einfach „teilt“.

Darin liegen für Unternehmen Chancen, aber auch die Gefahren, wenn man nicht die richtige Ansprache an die Zielgruppe findet. Schlechte Nachrichten verbreiten sich oft schneller als gute Nachrichten. Das können wir täglich in der Tagesschau verfolgen.

Treffen Sie klare Aussagen
Beim Angebot der ­offenen Ausbildungsstellen, ist es ­wichtig eine klare Sprache zu verwenden, die emotional anspricht. Wecken Sie Interesse an Ihrem Unternehmen! 

Bewegtbild geht vor Lesen
Wenn man sich die Internetlandschaft anschaut, dann punkten ganz klar bewegte ­Bilder in der Kommunikation. Egal ob witzige Filmchen, die man privat selbst mit dem Smartphone aufgenommen hat, unerlaubte Mitschnitte von Fernsehsendungen oder ­professionelle Unternehmensfilme, bewegte Bilder sind ­einfach interessanter als Textnachrichten.

Diese Tatsache hat sich natürlich auch die Trinks Gruppe zu ­Nutzen gemacht. In der Trinks Zweig-Niederlassung Berlin in Großbeeren, entstand ein Unternehmensfilm, der speziell auf junge Menschen zugeschnitten ist. 

Bei Trinks schätzen wir die Situation so ein, dass in den nächsten Jahren die Zahl der Bewerber sinken wird. Leider ist zu beobachten, dass auch die Qualität der Bewerber in der Breite schlechter geworden ist, sagt Rüdiger Cors, Personalleiter in der Trinks-Zentrale in ­Goslar.

Die Aufgabe der Personalverantwortlichen ist es hier die besten Bewerber/innen herauszu­filtern.

Folgende Ausbildungsberufe bietet Trinks an: Berufskraftfahrer/in, Fachkraft für Lager­logistik, Fachlagerist/in, Kauffrau/mann im Groß- und Außenhandel sowie Informatik-Kauffrau/mann.

In den Ballungsräumen ist das Angebot an geeigneten Bewerbern geringer, weil die Konkurrenzsituation zu anderen ­Ausbildungsbetrieben höher ist.

Im Allgemeinen funktionieren aber auch noch die bewährten Wege wie Mund zu Mund-­Propaganda oder normale ­Stellenanzeigen im Internet oder Zeitungen, so Rüdiger Cors.

Christoph Schulze, Betriebsleiter in Berlin, ist von dem Erfolg des Films überzeugt und ist auf die Reak­tionen im Berliner Umfeld gespannt. Dort wird der Kinospot Anfang 2015 seine Premiere haben. Das ist im Ausbildungsmarketing ein neuer aber wichtiger Schritt für das Unternehmen und wird zu einer Verbesserung in Qualität und Quantität der Bewerbungen führen, ist sich Christoph Schulze sicher. 

Ergänzend zum Kino-Sport ist eine Lang-Fassung des Films aktuell auf der Internetseite der Trinks GmbH zu sehen und erstmalig auch auf Youtube.

jobs.trinks.de

Eine weitere Präsenz in den sozialen Medien wird es laut Trinks-Geschäftsführung vorerst nicht geben.

In einer aktuellen Studie gaben viele Azubis an, dass sie Facebook und Co. eher für den privaten Gebrauch sehen und es dort teilweise unseriöse Angebote für die Jobsuche gibt. 

Die Karriereseiten im Internetauftritt der Unternehmen sind hingegen erste Anlaufpunkte für Bewerber.

Wenn Sie ihr Unternehmen für qualifizierte Bewerber/innen fit machen wollen, dann überprüfen Sie Ihre Aktivitäten im Ausbildungsmarketing und sprechen mit jungen Menschen darüber, was für sie wichtig ist. Näher können Sie der Zielgruppe nicht kommen.

Aktuelle Studie zur Berufsausbildung
Nicht nur Studierende und Absolventen, sondern auch Schüler/innen und Auszubildende stellen aktuell die „Sinnfrage“ ins Zentrum ihrer Berufswahl. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des ­Ausbildungsspezialisten u-form Testsysteme, an der 1.369 Azubis, Schüler/innen und Ausbildungsverantwortliche teilgenommen haben.

Jobsicherheit als Attraktivitätstreiber bei Ausbildungsbetrieben
Was macht Ausbildungsbetriebe aus Sicht der Zielgruppe attraktiv? Die „Jobsicherheit“ landet hier bei den Azubis mit einem Durchschnittswert von 3,6 (Skala von 1 bis 4) weit vorn, dicht gefolgt von Be­­triebsklima, Übernahmechancen sowie Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Nicht immer treffen Unternehmen in ihrer Kommunikation die richtigen Themen. So ist die „Jobsicherheit“ (rund 2,7) in der Kommunikation von Aus­bildungsbetrieben deutlich niedriger priorisiert, als es angesichts der Vorlieben der Bewerber angebracht wäre.

Auch bei den Bewerbungs­prozessen besteht Verbesserungspotenzial. Bewerber bemängeln vor allem fehlendes Feedback. Dazu die Stimme eines Teilnehmers: „Meist bekommt man gar keine Rückmeldung von den Firmen über den Status der Bewerbung. Man weiß nicht, ob sie angekommen ist, gelesen wurde oder sonst irgendetwas.“

Karriereseiten Pflicht – Facebook Kür
In einem Punkt besteht Einigkeit zwischen Azubis und ­Ausbildungsbetrieben: Facebook & Co. spielen aktuell für das Bewerbungsgeschehen kaum eine Rolle. Azubi-Bewerber nutzen mehr oder minder intensiv die Karriereseiten der Unternehmen im Internet (2,7 auf einer Skala von 1 bis 4) oder Angebote der Bundesagentur für Arbeit (2,7) und ­vertrauen auf Ratschläge von Eltern und Lehrern (2,5).

Social Media spielen nur eine untergeordnete Rolle. Als Gründe gaben die Azubis unter anderem an, Facebook sei ihnen zu „unseriös“ oder zu ­„persönlich“. Ein Grund könnte auch darin bestehen, dass die Betriebe die Azubi-Kommunikation über Social Media bislang kaum nutzen (1,8). „Auch aus der Befragung im vergangenen Jahr wissen wir: Die gängigen Social Media-Plattformen werden in ihrer tat­sächlichen Bedeutung für das aktuelle Azubi-Marketing stark überschätzt. Unternehmen sollten eher auf Qualität und Aktualität ihrer Azubi-Seiten im Netz setzen – und dort interaktive Elemente integrieren. Das ist die Pflicht, Facebook ist aktuell die Kür“, sagt Felicia Ullrich, Geschäftsführerin von u-form Testsysteme.
(Quelle: blog.bildungsdoc.de)